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A Dream within a Dream

Hendrik Blome
978-3-939475-12-5
Buch: engl. Broschur
Größe: 12 x 18 cm
Seiten: 126
Grafiken: 34

Die Geschichte eines Gedichtes

Rückentext:

Ein Traum in einem Traum
aus dem englischen übersetzt von Hendrik Blome 2011

Auf deine Stirn dir diesen Kuss
und da ich leider gehen muss,
erfährst du nun zum Schluss:
Wie wahrhaft deine Klage,
welch Traum war‘n meine Tage.
Wenn alle Hoffnung fliehen mag
in dunkler Nacht und auch bei Tag
in starkem Glauben oder kleinem,
kann es deshalb minder scheinen?
Doch was wir scheinen oder schaun,
es bleibt der Traum in einem Traum.

Brüllende Brandung, fest am Rand,
steh ich an gischtgepeitschtem Strand
und ich halt in meiner Hand
Körner schwer aus güld‘nem Sand –
ein paar nur, doch sie rieseln
durch die Finger wie ein Fließen,
und meine Tränen schießen!
Ich kann sie doch nicht halten;
müsst die Finger fester falten?
O Gott! Wie kann ich Körner retten
vor gnadenlosen Wellenketten?
Ist, was wir scheinen oder schaun,
doch nur ein Traum in einem Traum?

Beschreibung

Hendrik Blome hat sich an die Fersen von Edgar Allen Poe geheftet und sowohl über die Enstehung als auch die Bedeutung dieses Gedichtes geschrieben. Auch für einen Laien ein gut lesbares und selbsterklärendes Buch.Vielleicht entdecken auch Sie eine Welt, in der Edgar Allen Poe nicht nur ein Name ist.
„Hendrik Blome erzählt die Geschichte eines Gedichtes und eines Dichters, präzise und begeistert zugleich, ganz so, wie es dem Maßstab von Edgar Allan Poe an Literatur entsprach.“ Susanne Böhling, Journalistin

 

Textauszug:

A Dream Within A Dream
Ein Traum in einem Traum, ist eines der bekanntesten Gedichte von Edgar Allan Poe, aus dem Jahre 1849.

Jahrzehnte dämmerte dieses Gedicht relativ unbeachtet von der weltweiten Lyrik-Szene in Anthologien mit Poe’s Werken, bis es schließlich durch die englische Musik-Gruppe Alan Parson Projekt in Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Songschreiber Eric Woolfson 1975 zu einem musikalisch-literarischen Kunstwerk geformt, einen grandiosen Siegeszug durch die ganze Welt startete. Namhafte bildende Künstler, Musiker, Sänger und Lyriker in den USA, Australien Japan und Europa bedienten sich fortan dieses Gedichtes, um daraus eigene Werke zu erstellen.
Dem Schöpfer selbst hatte das Gedicht zu Lebzeiten weder Ruhm noch Geld gebracht.

Kaum ein Autor des 19. Jahrhunderts dürfte die Poetik der Moderne so nachhaltig beeinflusst haben wie Edgar Allan Poe. Poe’s Gedichte sind Vorläufer und ein erster Höhepunkt des Symbolismus. Wie in vielen seiner Geschichten nahm er etliches vorweg, was die Psychologie und Psychoanalyse hundert Jahre später beschäftigen sollte.
Poe zeigte in Gedichten und Geschichten nacktes Grauen und Horror, Ängste, Monstren, Konfrontation mit der eigenen Schuld – aber gleichzeitig auch romantische Verklärtheit und Schwärmerei. Gleichzeitig oder hintereinander, innerhalb der derselben Geschichte – und doch immer in einer klaren logischen Linie.
Dabei war Poe’s geniale Systematik der Poesie schon früh, nur ein paar Jahre nach seinem plötzlichen Tod, in Europa aufgefallen und hatte insbesondere durch die ersten französischen Übersetzungen von Charles Baudolaire auch Eingang in die deutschen und englischen Literaturzirkel gehalten.
Anfangs heiß diskutiert, ob ihrer Herausstellung des Klanglichen und Horrors, wurden Poe’s Gedichte und Kurzgeschichten nach und nach neu bewertet und gelten heute als die Begründung des Realismus, der Art-Nouveau-Bewegung sowie dem Jugendstil.

Edgar Allan Poe war ein Meister der Betonung des Unbewussten, des Übernatürlichen, der Zweideutigkeit der Existenz, des Grotesken und des Exzentrischen und wird für immer den ihm gebührenden Stellenwert in der Literatur behaupten können.

Wenn jeder Autor, der ein Honorar für eine Geschichte erhält, die ihre Entstehung Poe verdankt, den Zehnten für ein Monument des Meisters abgeben müsste, ergäbe das eine Pyramide so hoch wie die von Cheops.
Arthur Conan Doyle, der die Feststellung 1909 in einem Aufsatz traf, hätte in diesem Fall ein nicht unerhebliches Scherflein zum Denkmal beitragen müssen. Denn sein Sherlock Holmes, Inbegriff methodischer Ermittlungsarbeit, verdankte seine Geburt dem Detektiv Auguste Dupin, den Edgar Allen Poe erstmals 1841 in Der Doppelmord in der Rue Morgue durch die finsteren Gassen von Paris hatte streifen lassen.
Edgar Allen Poe war für Bayerns Märchenkönig Ludwig II. … einer der größten Menschen, die je geboren wurden. Was Poe geschrieben habe, zeige, dass er denselben Ekel vor jeder Art von Zugeständnis an die Gemeinheit der Welt empfand wie ich.
George Bernhard Shaw sagte einmal bewundernd über ihn: „Wir Anderen ziehen ganz einfach den Hut und lassen Mr. Poe den Vortritt.”
In Europa weckten Poe’s Werke ein weit enthusiastischeres Interesse als zuerst in Amerika. Poe’s Ruhm in den Vereinigten Staaten erfolgte posthum und ist letztlich mit ein großer Verdienst des Franzosen Charles Baudelaires, der viel für die Verbreitung von Poe’s Ruf und Büchern in Frankreich getan hat, aber auch Jules Verne, Dostojewskij, Sir Arthur Conan Doyle, H.P.Lovecraft und John H. Ingram.
Kein anderer amerikanischer Autor dürfte in Deutschland so oft komplett übersetzt worden sein wie Edgar Allan Poe. Dazu zählen die Übersetzungen von Hedda Eulenberg (Möller-Bruck) und Hedwig Lachmann und Arno Schmidt, der zusammen mit Hans Wollschläger der wohl bedeutendste Übersetzer der Werke Poe’s ins Deutsche ist. Unmittelbar inspiriert hat Edgar Allan Poe unter anderen auch Stéphane Mallarmé, Jules Verne, Vladimir Nabokov und Günther Grass mit seinem Gedicht Annabel Lee – Hommage an E.A.Poe 1858.