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Zu Gast bei Aphrodite

Karl Plepelits
Seiten: 307, 10,00€
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978-3-86332-109-3
E-Book: E-PUB. 9,99 €

Kindle-Edition

Künde mir, Muse, das Paar, das es wagte, den Götterolymp zu erkunden und auch den christlichen Himmel. Sie waren zu Gast bei Apollon, beim heiligen Joseph, bei Aphrodite. Unaussprechliche Freuden erlebten sie und unaussprechliche Leiden. Es rettete sie allein die Liebe des Vaters der Götter und Menschen.

Vorwort

Gottvater hebt die Hand und ruft: „Der Akt des Glaubens beginne!“
Vier Gestalten erscheinen, zwar ohne Heiligenschein, aber dafür mit je einer lustig brennenden Fackel, kommen dem Holzstoß, und das heißt: uns, immer näher, machen vor uns, unter uns, halt, brüllen: „Akt des Glaubens!“

Und dann: Ein beängstigendes, schauerliches, Grauen erregendes Prasseln direkt unter uns. Da ahne ich, da fürchte ich, da weiß ich mit tödlicher Gewissheit, dass jetzt unser letztes Stündlein geschlagen hat. Vor Angst, vor Entsetzen, vor Grauen, vor Verzweiflung wird mir schwarz vor den Augen. Mein Bewusstsein ist getrübt, mein Verstand umnachtet. Trotzdem merke ich irgendwann, wie von unten, aus den unteren Bereichen des Holzstoßes, Hitze und Rauch aufzusteigen beginnen – unerträgliche Hitze und beißender Rauch, der in den Augen brennt und quälenden Husten verursacht. Und es zerreißt mir das Herz, Sibylle neben mir ähnlich gequält husten zu hören.

Plötzlich erwacht mein Verstand wieder, und ich erkenne zu meinem grenzenlosen Entsetzen, dass vor uns, unter uns, Flammen emporzüngeln, und werde von einer Sekunde auf die andere vollkommen ruhig. Mein Bewusstsein wird von einem seltsam klaren Licht erfüllt, und mein Geist bäumt sich auf wie ein tödlich verwundetes Pferd und lässt in Blitzesschnelle mein ganzes Leben an meinem inneren Auge vorüberziehen, zumal die jüngsten Ereignisse, die uns auf diesen verdammten Scheiterhaufen gebracht haben.

Rezension von Rudolf Viktor Karl:

Wahrscheinlich ist es ein Herzensbedürfnis eines Menschen gewesen, der Homerim Original lesen kann, die antiken Götter, die menschliche Züge aufweisen,zaubern, vernichten, hassen und lieben können, der Menschheit wieder insGedächtnis zurückzurufen, aber auch den sagenumwobenen Berg Olymp zubesteigen, was ja allein schon eine Metapher für Überheblichkeit bedeutet.Geschichtlich gesehen hat ja wirklich der Eingottglaube alle Mehrgöttereienverdrängt. Es ist ein köstlicher Gedanke, Jahwe oder Jesus mit denhimmlischen Heerscharen die antiken Götter einsperren zu lassen, so daß siesich von den Sterblichen Hilfe holen müssen, um wieder an die Freiheit zukommen. Die Sterblichen Gregor und Sibylle erleben nun, nachdem sie auf derBergtour entführt worden sind, die tollsten Abenteuer bei den antikenGöttern, die dieselben Eigenschaften aufweisen wie in den berühmten Epen,und auch bei den christlichen Heiligen wie St. Joseph, Erzengel Michael unddie Gottesmutter selbst, wobei man auf die Nebensätze aufpassen muß, indenen oft die Pointen für den wissenden und belesenen Leser verborgen sind.Denn der Autor beherrscht die Sprache und den Wortwitz und ist sowohl imKoran als in der Heiligen Schrift bewandert. Die Helden der Handlung sindnicht nur bei den Olympiern zu Gast, sondern erleben auch von den Heiligeneinige böse Überraschungen, weil man sie als Verbrecher behandelt, die überden Heiligen Geist gelästert hätten. Die Profanierung der christlichenHeiligen, besonders bei der Gerichtsverhandlung mit Urteil: Scheiterhaufen!,ist sicher nicht jedermanns Geschmack. Vielleicht ist das aber auch gut, daman selbst eine Stellung zum Glauben finden kann. Ein gescheites,phantasiegeladenes Buch zum Schmunzeln, wobei man die aktuelle Warnung vorden Taten der Menschen, sich die Erde untertan zu machen, bis sie sichselbst dagegen wehrt, nicht unbemerkt überlesen sollte.

RVK (Aus: Werte und Worte. Organ des Verbandes geistig Schaffender und
österreichischer Autoren. Jahrgang 62. Wien 2010)

PS.: Nachwort des Rezensenten auf einer Postkarte:

Mir hat die Geschichte sehr gut getan!